Die Angst vor der Gefühlskönigin Wut

SchwarzRund hütet derzeit das Bett mit einer stressbedingten Magenverstimmung, und schreibt wenig, und wenn dann über Wut:

https://flic.kr/p/aA4UNg
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Eine Schwester schreibt einem Freund: „Es ist nicht gesund so zu Leben, wenn du schon selber sagst du lebst mit 15 Stunden Wut“

Es ist nicht gesund.
Ich schnaufte.
Ich lese es schweigend und versuche es zu ignorieren, mich stresst der Eigenanspruch des „nicht aufregen, nicht antworten, sie ist es nicht wert…“

mein Bauch krampft, wieder.

Ich liege gerade mit einer stressbedingten Magenverstimmung im Bett. Das ist tatsächlich nicht besonders schick. Aber es ist Stressbedingt, nicht Wutbedingt. Eine wutbedingte Magenverstimmung hatte ich noch nie, und das wo ich sehr, sehr oft wütend bin. Und gerne wütend bin, sehr gerne. Ich bin viel öfter wütend wie gestresst, trotzdem ist mir Wut nie auf den Magen geschlagen.

„Wenn du daraus Wut werden lässt wie sie dich behandeln, dann haben die ja gewonnen!“

Erst passiert die Verletzung und die Kosequenz ist nicht Fürsorgefür den Verletzten und Wut gegen den Verletzenden sondern nicht enden wollende Ansprüche an den Verletzten. Mach dies, fühl jenes und überhaupt: wenn du SO denkst bist du ja eigentlich selber an der Verletzung schuld.
ICH bin ja sosehr bei mir, da passiert mir nichts. Und wenn dann lächle ich es weg. HAHAHA!

Ich will all das schreiben, denke wieder „nein sie sollte dir nicht die Energie rauben, du solltest dich nicht sosehr über ein bisschen Geschreibsel aufregen..“

Bis mir endlich das Pradoxa auffällt. ich merke ja gerade selber, ganz real an mir, das ich auch diese Ansprüche stelle: an mich selber nämlich. Und das es sich furchtbar anfühlt.

Ich antworte, polemisch.
Ich blockiere, genüsslich.

Ich bin wütend ja, aber mein Magen ist entspannt. Ich hab meiner Wut Raum gegeben, so konnte kein weiterer Stress entstehen.

Meine Medizin: Wut und ganz, ganz viel Fencheltee.

Das muss nicht für dich passen, aber bitte erkläre mir auch nicht das ich nicht wütend sein sollte, weil dann die Welt untergeht. Das ist quatsch, Wut ist nichts schlimmes, andere Verletzen aber schon.

Wut ist ein Motor, ein Indikator und nebenbei eine wunderschöne Emotion. Wut nimmt den Raum ein, den sie braucht, Wut ist auch Verarbeitung – wut zeigt dir Handlungsmöglichkeiten auf in Momenten in denen du mit kühlem Nachdenken keinen Ausweg siehst.

Probieren auch sie diese Woche WUT – das Ergebnis könnte fantastisch sein!

#Abgeschrieben – Kopfexplositionen bei Identitätskritik

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In der Kategorie #Abgeschrieben, die ich mit dem heutigen Tag beginnen werde, geht es darum, Neid zu zelebrieren. Neid auf jene, die genau das schreiben was du sagen willst. riot_nrrrd hat mithilfe ungenauester Wunschäußerungen meinerseits (äh abschreiben also spiecken und…. ganz viel Neid! Kakteen und Grün für neid!) diesen fulminanten Banner gebastelt – Umarmungen as much as possible!

Heute hatte ich wieder diesen Moment, in dem du gerade zu einem Thema bloggen möchtest, und einfach jemensch anderes schon genau – aber wirklich haargenau – geschrieben hat, was du schreiben wolltest.

Also lest Kopfexplosionen bei identitätskritik im Text „wenn die welt kopf steht“ – es ist wirklich furchtbar gut!

„manchmal, wenn es besonders schön war, dann explodiert aber dennoch etwas in meinem kopf und dann ist da ganz viel hass und zerstörungswut gegen mich selbst – nur um die welt wieder gerade zu rücken. nur um wieder zu wissen, wie die welt funktioniert. nur um mir wieder den platz zuzuweisen, an den ich gehöre.
manchmal ist das mit den wundertollen sozialen moment immer noch so: mein gehirn schaltet auf: kann ich nicht verarbeiten. inzwischen bedeutet dass, dass ich einfach ohne zu verarbeiten die zeit genieße. und danach, wenn ich wieder alleine bin, versuche mich irgendwie zusammenzuhalten. versuche nicht hinzuhören, wenn in meinem kopf mich stimmen anschreien und mir sagen, dass ich wertlos, schmutzig und dreckig bin. dass niemand mit mir zu tun haben will. dass es besser ist, nichts mit mir zu tun zu haben.“

Identitätskritik hat anscheinend parallel zu mir das selbe gefühlt-und es in wunderschöne Worte verpackt. Vielen Dank für deine erst nicht gefunden, und dann doch niedergeschriebenen Worte!

Momentaufnahme zu #Ferguson und der eigenen US-Familie

Ich habe folgenden Song gefunden der mit einem ähnlichen Satz endet wie mein Text vom letzten August:

“I hope you never become a hashtag”

Geteilte Erfahrungen, geteilte Gedanken, geteilte Community.
I hope we fly!

Außerdem habe ich den Text nun mal eingesprochen, da ich ihn gerade übe um ihn bald zu performen.
Hier die MP3:
[archiveorg nyberlinmp3 width=640 height=30 frameborder=0 webkitallowfullscreen=true mozallowfullscreen=true]

—–

Arme nach oben, der Blick gerade aus

#Ferguson?
#Brown?

Eine US Flagge, davor das Blut einer Schwarzen Person

#Ferguson, #Brown…

Comics, Bilder, Artikel, Artikel, Artikel

Brown, Ferguson…

das kleine Häckchen “ich will das nicht sehen” half nur und in den ersten Tagen

“Black men unarmed shoo..” ich will das nicht sehen
“Racist Cops? Black men….” ich. will. das.nicht.sehen.
“Jedes Jahr werden in der USA Schwarze Mensch…” ich.will.das.nicht.sehen!

Meine Pinnwand erstickt in Bildern toter Schwarzer Menschen
Meinem Cousin antworte ich nicht
“hast du mirgekriegt, was hier gerade abgeht?”
Ich will das nicht hören
“Hey, cousin hast du’s gehört?”
Ich will das nicht hören

Uns trennen tausende Meilen, NY – Berlin

“wir gehen jetzt zur Demo-rate mal -sogar mein Bruder kommt mit!”
Ich höre, lese und antworte: Nein!

Doch du? Du willst das nicht sehen
Ich will meinen Onkel anrufen und darum bitten euch nicht zu lassen
Jede*r sollte dagegen protestieren, jede*r nur nicht ihr

“Hey unser Leben ist nicht mehr wert wie es seines war”
ich will das nicht lesen.

Als Argument für die Demo gedacht, stärkt es nur meine Angst
“mein Leben ist nicht mehr wert als es seines war”
auch für sie.
Unhörbar brüll ich dir entgegen AUCH FÜR SIE

doch das fb-grün verschwindet und du bist losgezogen

Mein Cousin, 19 Jahre alt, vegan und Kommunist – und das kleine Problem meiner Familie

Als er zehn war kam er in die USA, Schwarz wurde er erst dort
Schwarz war er schon immer
Nun, zum Studium, Ratlosigkeit bei den Eltern
er will nach Spanien, dahin wo die Kämpfe sind
Danach will er zurück in die Heimat, da wo die Proteste sind

er brüllt Polizisten seinen Wut entgegen,
er brüllt weissen Person seine Wut entgegen
er ist laut, er ist trainiert, er ist schwarz
er ist jeden Tag in Gefahr

Mein Vater ruft mich an
“Tochter, glaubst du er lässt sich erschiessen?”
Ich sage nein
er athmet tief durch

Ich denke nicht das er sich erschiessen “lässt”
auch #Brown und all die anderen haben sich nicht erschiessen “lassen”
Sie trifft keine Schuld
sie wurden erschossen

Papas sprachlicher Fehler gibt mir die Chance meine Angst zu verstecken
Ich tröste, spreche Mut zu und bin doch mit einem Auge am warten
Ich will das das kleine grüne Lämpchen leuchtet

Ich will keinen Hashtag mt deinem Namen

——

Wurzelfrau über Klassensprecher*in-Gefühle Schwarzer Menschen

Wurzelfrau hat so eben einen rant veröffentlicht, hier nun meine paar Gedanken dazu, da ich nicht filmen kann müssen gifs für die Bewegung herhalten. Aber erstmal: Wurzelfrau video-rant!

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=rJidVjXaF7s]

 


Ungewollte Sprecherinnen Rolle für ALLE Schwarzen Menschen

Die Regel „Kennste eine kennste alle“ wird immer auf Schwarze Menschen angewandt, egal um was es geht.

Immer.

Immerimmerimmer. Das wird auch immer so bleiben. und ich weiß auch nicht, ob sich das je ändern wird. Aber ich habe für mich beschlossen, dass ich ein Individuum bin (wow!) und dementsprechend auf mich aufpassen muss. und das bedeutet: wenn ich in einem Moment wütend reagieren will um diese Gefühle nicht den ganzen Tag wie eine Ziegelsteine in nem Jutebeutel mit mir rumzutragen, dann muss ich dann auch wütend sein. Und Laut. Und angry. bin ich dann die Angry Black Women? Wahrscheinlich. Mittlerweile denke ich das nichtmehr mit, denn Schwarze Menschen gelten eh immer als agressiv. Immer. Immmerimmerimm-ihr wisst schon. Das wird sich auch nicht ändern weil ein paar weisse Personen ungestraft meine Haare anfassen durften – denn sie denken nicht „oh wow das sie das zulässt wie nett“ . Ich hab da lange dran geglaubt, dass sie wissen, dass ich das gerade nur ertrage. So ist es aber nicht. Wenn du nicht reagierst, wissen sie es nicht, sie denken es ist ihr Recht, ihr Recht als weisse Personen.
Ich habe mich einfach für eines entschieden:
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das heißt aber noch lange nicht, dass ich IMMER hart reagiere oder diese Erwartung an jeden anderen Schwarzen Menschen stelle.
Wenigstens meistens.
Ok, ok es gibt die Momente, wo neben mir einer Schwarzen Person in die Haare gefasst wird. Es gibt diese Momente in denen diese Person dann unter merklichem Unbehagen sagt das es schon ok ist. Und ja: an schlechten Tagen denke ich dann:
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Aber nur ganz kurz. Danach fallen mir all die Momente ein in denen ich nicht die Kraft hatte, habe und haben werde.

Ich mag mich nicht mehr so sehr danach richten, was in weissen Köpfen aufgrund meine Handlungen passiert.

Dazu wurde das System Rassismus auch erschaffen: um das Denken Schwarzer Menschen zu manipulieren. Systematische Unterdrückung macht genau das, dass du dich nichtmehr wehrst weil du dann irgendein Klischee bestätigst, dir also erneut Leid zuführst um mehrere Ecken. In der Psychologie spricht mensch von erlernter Hilflosigkeit, und das trifft es auch sprachlich sehr, sehr gut. Der Moment in dem du nichtmehr weist ob es jetzt schlimmer ist, sich zu wehren, sich nicht zu wehren, sich zarghaft zu wehren etc…

Ich habe an dem Punkt seehr.sehsehrsehr lange gehangen. Weil ich mitdenken wollte wie es aufgrund meiner Reaktion folgendenen Menschen geht:

1. dem gegenüber
2. den Leuten mit denen ich da bin
3. den Leuten um uns rum
4. den schwarzen Leuten im Raum
5. Den Leuten die später über mich reden werden
6.den schwarzen Menschen denen all diese Menschen später begegnen
7. etc. pp…..

nur ich kam dann nicht mehr vor.

es mag simplifizierend klingen aber:
ICH wurde verletzt.
ICH muss heilen.
Also: Bestimme auch ICH wie es jetzt weitergeht.

alles andere ist zu viel, zu komplex um in dem Moment handeln zu können. Machmal will ich mich nur wegdrehen, ein anderes mal will ich laut schreiend allen klar machen: das geht GARNICHT

Ob ich immer im nach hinein froh bin über meine Reaktionen?
ummm-no
Aber das bin halt ich, ein Individuum, ein Schwarzes Individuum, und keine Klassensprecherin der Schwarzen 9a.

[zum Thema mixed race werde ich noch gesondert bloggen und mich dann erneut auf wurzelfrau.de beziehen]

Eiscreme, Haare und queerer Rassismus

Gerade frisch vom Bundestreffen der ISD zurück, ist mein Akku gut geladen bei 95% . Ich binde mir nicht ständig Bänder um den Kopf nur damit ich dem weissen Blick entgehe.

10610740_696735987048287_8204737391099443997_nEs war ein schöner Abend …

Der Kopf dröhnt: mir geht es gut.

der Abend war auch gut wegen dir, denn die Menge drückte sich aus dem Raum in dem die andere Menge mich drückte. Die Stimmung war geladen, ein queeres Klischee in Perfektion. Wir sahen einander auf Distanz,  die Menge drückte uns langsam aneinander. ohne ein Wort küssten wir uns, ohne ein Wort ohne einen Namen drückte die Meschenmasse sich zwischen uns, neben uns und uns auseinander.

Obwohl wir kein Wort wechselten, obwohl ich nicht weiß wie du dich positionierst, auch wenn du nicht weißt wie ich mich positioniere, habe ich gemerkt, dass du an diesem Abend gut für mich warst, und ich gut für dich war.

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Der Abend war auch gut wegen dir, die mich vorsichtig antippte und sagte „sorry i hope its okay for you i have to tell you: you look faboulus“ und mein Danke annahm und nichts von mir erwartete, die das leise „Danke aber Nein ich bin nicht an dir interessiert“ ohne Agression hin nahm.

….. aber leider auch…

Der Abend war auch gut trotz dir. Trotz dessen, dass ich Musik hörend in der S-Bahn saß, und du auf mich einredetest.

irgendwann gab ich auf und gab den Moment an dich ab – ich fragte was los ist. „deine Haare sehen voll schön aus!“. Nicht meine Frisur, nicht wie sie gestylt sind, nicht wie sie heute aussehen, sondern meine Haare. Einfach ihre bloße Existenz, scheint so etwas Außergewöhnliches für dich darzustellen, scheint so erwähnenswert zu sein, dass du es mir sagen musstest. Ich verstehe das tatsächlich nicht.

Ich verspüre selten den Drang, sagen wir nie, zu einem anderen Menschen hinzugehen und zu sagen: mir gefällt es das du Arme hast…. Mir gefällt  es das du Haare hast….. Während ich noch darüber seniere ob ich ihre Arme lobend erwähnen soll ist sie schon beim nächsten Schritt:

Kann. Ich. Die. Mal. Anfassen!

„Nein“ alles andere an Erklärung was nicht zu einer Geschichtsstunde wird, ist doch nur Rechtfertigung.

Ich verließ die S-Bahn, nach einer absurden Diskussion lies ich Shirlette Ammons wieder als einzige Äußerung an mich ran. Verdrängen, vergessen und vorallem sich nicht den Abend versauen lassen.

Erster Energieverlust – Akkustand bei 80 %

Wie du sie los wirst in 10 Sekunden

Ich traf mich mit 2 Schwestern die ich auf dem Bundestreffen kennen gelernt hatte, wir verbrachten einen guten Abend und einen besseren Abend später im Schwuz, wir tranken, tanzten und es wurde immer ausgelassener. Ein Freund zeigte euphorisch auf eine Sitztreppe im Raum, die er erklimmen wollte um ganz über der Menge zu tanzen. gesagt, getan und viele schlossen sich euphorisch an, ich tanzte mit dir eng an eng und es knisterte. Du fragtest nach meinem Namen, ich nach deinem, du kamst aus den Niederlanden, ich aus Berlin. Du warst mit einer Freundin da, ich mit vielen und dann du:

Can I for one second touch your hair?

in meinem Kopf ging die Musik aus und der DJ stoppte die Vinylscheibe – ein unschöner Scratch füllte den Raum. Totenstille. Die Menge wendete sich zu dir:
OOOOH

In der Realität passierte nichts. Ich wendete mich augenblicklich von dir ab, duldete kein Wort deinerseits und du brachst in Tränen aus mit tausenden sorrys. Ich nutzte das erste mal eine sehr klare Methode ein Gespräch zu beenden: ich hielt meine Hand zwischen uns, so das du mich nichtmehr ansprechen konntest. Als letztes Wort auf den Lippen „Its impossible to make it right these days as a white person“

Meine Freunde fragten ob diese Person des Clubs verwiesen werden sollte. Ich wollte nur tanzen, trinken und mich mit anderem beschäftigen. Der Abend wurde wieder schön, laut und quietschig schrill.

Akkustand bei 50% doch ich zeigte es nicht.

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Neuer Tag, gleiche Situationen

Als die Sonne bereits am Himmel stand verliesen wir den Club, NK erwachte unter den zögerlichen Sonnenstrahlen.
Ein Freund bracht mich noch zur Stategie-Konferenz der Refugeebewegung. Ein paar Kaffee später begrüßte ich Bekannte und Freunde, auch eine queere citizen-PoC die seit langem mitarbeitet in der Geflüchtetenbewegung in verschiedenen Aktionsformen. Sie umarmte mich und griff in Richtung meiner Haare, ich zog den Kopf weg – doch sie griff nach, ich sagte das sie meine Haare nicht anfassen solle, endlich senkte der Arm sich.

Mein Akku war leer. Ich murmelte etwas von kolonialer Praxis, sie murmelte etwas wie „Entschuldigung“ und „ich muss jetzt den Becherpfand zahlen gehen“ (immer die richtigen Worte im richtigen Moment auf den Lippen) und war weg.

ich machte meinen geplanten Redebeitrag, wanderte durch den Raum, versuchte zuzuhören was die anderen zu berichten hatten und gab schließlich auf.
Meine Grenzen waren an diesem Tag zu oft verletzt worden.

Mir wurde an diesen Tag  zu oft klargemacht, dass ich“ etwas“ bin. Etwas, das Mensch anfassen darf.
Das Mensch anfassen will.
Dessen Textur, dessen Farbe, dessen ganzes Sein sich von allem was normal ist so sehr unterscheidet, dass erwachsene Menschen den Impuls nicht widerstehen können es anzufassen.

Diesen Effekt, dass etwas, das wir nicht anzufassen haben, weil es Teil eines anderen Körpers ist, angefasst werden MUSS, kann ich nicht verstehen.

Ich liebe meine Haare.
Mittlerweile kann ich das wirklich sagen. Und ich liebe es über meine Haare zu reden. Mit Schwestern Geschwistern* Brüdern, die auch Locken tragen, bei denen der Austausch dazu führt, dass ich auch etwas lerne. Ich liebe meine Haare aber ich würde mich gerne mit Menschen auch über andere Dinge unterhalten können.

Wenn dein kolonialer Blick es  nicht zulässt dass du meinen Haaren mehr als ein Ausdruck von anders sein siehst dann teile es mir nicht mit.

Ich will es nicht wissen.
Du musst meine Haare nicht kommentieren.
Niemand zwingt dich dazu.

Ich kommentiere auch nicht jedes mal dein Haar und wenn dann, nur weil ich dich sehr gut kenne und mir an dem Tag denn Frisur wirklich gut gefällt. Und danach: lass uns über Eiscreme reden.

Du, Mama? Ich mach Schluss

Ich will so sehr einen Weg finden mit meiner Mutter Kontakt haben zu können. Ich will sie nicht aus meinem Leben streichen. Aber ich sehe keine Wege mehr wie.

Vielleicht muss ich es anerkennen das sie irgendwann sterben wird und wir nie ein Weg zueinander gefunden haben, vielleicht muss ich den Kontakt abbrechen in dem Wissen das ich es an dem Tag bereuen werde.

Vielleicht ist das die einzige Chance ein Leben ohne ständig Abwertung und ohne den ständigen Vorwurf das meine Existenz nicht ok ist zu leben.

So wie ich mich jetzt fühle, so gehasst von dem Menschen der mich lieben sollte, so will ich mich nicht mehr fühlen.

Und doch weiss ich,  auch sie weiss es, das ich diesen Schritt nie ganz gehen werde. Ich werde ihr Leben lang ihre Fußmatte sein.

Plüschsofa und Beton

11592208_18b9946871_qgestatten? Plüschsofa!

Ich verstehe, dass wir unbedingt das flauschige Sofa streicheln wollen vor dem steht, „bitte nicht anfassen“.
Das verstehe ich.
Ich verstehe nur nicht, warum ich in dieser Gesellschaft dieses Sofa bin.

Die Geschichte Schwarzer Menschen in diesem Land, die Geschichte von lockigen Haaren in diesem Land, ist so alt wie dieses Land selbst.
Meine Haare sind nichts außergewöhnliches.
Dass meine Haare schön aussehen, ist mir klar.
Genauso wie meine Beine schön aussehen mein Bauch mein Gesicht alles an mir. Weil alles an Menschen schön aussieht. Aber wenn du mir sagen willst dass meine Frisur schön aussieht, dass meine Haare jetzt in der Form wie ich es gestylt habe schön aussehen, dann sag mir dies, eventuell mag ich das gerade hören aber wahrscheinlich nicht. Wenn du denkst, dass der Moment gerade passt um mir ein wirkliches Kompliment zu machen – probiere es,

aber fasse sie nicht an.

https://flic.kr/p/cLENBq
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U Bahn und Beton

Stell dir vor ein*e Künstler*in hätte in stundenlanger Kleinstarbeit eine äußerst filigrane Figur gebastelt. Sie zerbricht fast. Nun stell dir vor, die Leute loben nicht die Optik dieser Figur, das Aussehen dieser Figur, sondern lediglich dem Werkstoff. „Oh das ist aber schönes Beton“. Natürlich ist Beton ein ganz hervorragender Werkstoff, und doch ist er nicht seltenes oder besonderes – nichts dass wir extra markieren müssen, nicht dass wir extra erwähnen müssen aufgrund seiner Außergewöhnlichkeit.

Sicherlich können wir in manchen Situation die Figurform und das Geschick diese zu fertigen loben aber falls du nicht gene mt wütenden Künstlern umgeben bist:  fasse sie nicht an, der Künstler die Künstlerin* würde völlig zurecht in Wut ausbrechen und dich fragen, was die einfällt so etwas Wertvolles einfach durch deinen Wunsch des Anfassens zu gefährden. (Gut, Betonfiguren halten sowas sicher aus-but you got the point 😉 )

Aber auch hierbei: stell dir vor der*die Künstler*in dieser Figur würde Musik hörend, die Figur in einem Transportgefäß transportieren neben dir in der S-Bahn sitzen.

Du wirst vielleicht zu deinem Sitznachbar/Sitznachbarin murmelnd sagen dass dir die Figur gefällt, aber würdest du der*dem Künstle*in auf die Schulter tippen, mehrfach auffordern die Kopfhörer aus dem Ohr  zu nehmen nur um mitzuteilen dass dir Beton wirklich gut gefällt?
Oder dass dir besonders gut gefällt was er mit dem Beton gemacht hat?

Ich glaube nicht.

Die meisten von uns, würden natürlich die Figur genießen, sich daran erfreuen wie viel Zeit und Mühe der*die Künstler*in in die Figur gesteckt hat.

Aber würden wir davon ausgehen, dass unsere Meinung SO relevant ist das wie es auf jeden Fall mitteilen müssen? Und zwar jedes Mal wenn wir 1 Künstler*in in Berlin in einer S-Bahn sehen? So sehr dass wir dessen Ruhe, die er*sie gerade beim Musikhören erlebt, unterbrechen nur um unsere Meinung mitzuteilen?

Für dich als weiße Personen oder als PoC  mag es etwas Unerwartetes sein (das glaube ich zwar nicht, aber egal), etwas mit dem du dich nicht beschäftigt hast, aber: wir tragen unser Haar jeden Tag, wir wissen mittlerweile dass es schön ist.

ich kann die filigrane Betonfigur nicht daheim stehen lassen um meine Ruhe zu haben.

https://flic.kr/p/7eZqNy
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Fraser und die Friese
Aber wir wissen auch, dass unser Haar in dieser Gesellschaft nur HAAR ist, niemals mehr.

Dahinter steckt meiner Meinung sehr viel mehr. Es ist nicht eine Frage der Komplimente, es ist vor allem eine Frage dessen, wer Kultur ist und wer Kultur macht. Die weiße Philosophin und Politolgin Fraser schrieb „we have culture, they are culture“ und ich denke dies spiegelt sich auch hier wieder.

Während weiße Person und PoC Frisuren tragen, good-hair days und bad-hair days haben, haben wir einfach immer eine Art von Haar. Frisuren werden also nicht wahrgenommen.
Denn dies würde ja bedeuten, dass etwas das „Schwarze Kultur“ ist eine kreative Leistung unsererseits forderte, wir also nicht einfach so geboren wurden sondern etwas Kulturelles erschaffen haben.
Und dies können sich viele Menschen schlichtweg nicht vorstellen.

Die Frage nach der Echtheit – und warum dich das echt nichts angeht

Die nächste Frage die folgt, nach 1. „schönes Haar“ und 2. „darf ich immer anfassen“ ist immer: „ist das Haar echt?“

Was soll ich darauf antworten?

Ich weiß was mensch mit dieser Frage erreichen will, mensch möchte herausfinden ob Afrolocken wirklich so schön aussehen können ohne das Plastik oder sehr harte Chemie eingegriffen haben.
Ich antworte mit: ja das sind mein Naturlocken.

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Keine*R hat immer Zeit zu erklären, dass Naturlocken genauso divers in ihrer Ausprägung sind wie glatte Haare. das also die Feststellung das meine Haare echt sind, nicht bedeutet das sie das jede*n fragen darf und jede Struktur die anders ist wie meine Zweifel gezogen werden darf ob ihrer Echtheit.
Aber wie gesagt – keine*r hat dafür immer Zeit und ich bin auch nicht der 24h Erklärbär.
Also antworte ich mit Ja.
Wohlwissend, dass diese Person nun bei den nächsten Locken die Frage erneut stellen kann, den diese werden unter Garantie nicht wie meine aussehen. Also fragt sie wieder denn,

schlieslich hat sie ja solche Haare noch nie gesehen.

Dicke können einfach nicht (einfach) NEIN sagen

1199449283_304e77ce83_z„Fatties just can’t say NO to all that good stuff“

Viele Dinge sind sehr kompliziert, so zum Beispiel die Tatsache das nicht alle Körper gleich aussehen. Das ist so kompliziert, das über die Jahre hinweg verschiedenste „Erklärungen“ gesucht wurden warum das so ist und vor allem: warum das ein Problem darstellt das gelöst werden muss. Dicksein wird immer nur in einem problematisierenden Rahmen wahrgenommen und ganz bald stellt sich dann die Frage: was können wir gegen dieses „Problem“ tun? Ganz genau, behaupten das sie selber Schuld sein. Also wird die Universal-Praxis der Abwertung genutzt: du.bist.zu.faul.und.disziplinlos. (Jap, das kennen wir auch als rassistische Praxis-als Dicke Schwarze Person erfährt mensch es dann anhand beider Abwertungen)
Wie das so ist, FB schleuderte mir also letztens diese tiefgreifende Analyse entgegen:

„“Fatties just can’t say NO!“

Und das stimmt sogar. Ich stimme dem wirklich zu – nur denke ich das sich dieses „nicht nein sagen können“ nicht auf leckere vegane Muffins mit Nougatkern und Mandelmantel bezieht (warum sollte auch irgendwer dazu nein sagen sollen?! ) sondern auf diverse Situationen im Alltag von dicken Menschen. Momente in denen „Nein sagen“ einfach nicht geht, weil die Reaktion bis hin zu körperlichen Gewalt führen kann.

Schoko-Bananentod

Eine dünne Person ist in der Öffentlichkeit Schokolade, ohne dies schamvoll zu verstecken.
Meistens ist die Reaktion „du kannst dir sowas ja leisten“, manchmal passiert nichts. wenn die beobachtende Person ihre Kalorientabellen auspackt, kann die dünne Person sagen „Nein, das will ich jetzt nicht heute lass ich mal alle Fünfe gerade sein“.

Nun eine ähnliche Situation mit einer dicken  Person:
Du betrittst als dicke Person, eine Banane essend einen Raum

„Das ist sehr ungesund. Das macht dich dick/noch dicker und daran stirbst du dann“

Wenn die dicke Person dann sagt, dass sie dieses Gespräch nicht führen will, also nein sagt, wird weiter auf sie eingeredet. Der Wunsch der „Heilung“ dieses Menschens ist so stark, dass die Person es nicht ertragen will damit zu recht zu kommen. Als Sahnehäubchen gibt es dann noch einen super Tipp mit auf den Weg:

„wenn dir das zu kompliziert ist, dann mach doch einfach FDH“

Also sagst du nicht „Nein“ als dicke Person, denn das kannst du nicht wenn du dich selbst schützen willst sondern weist in Zukunft: selbst Bananen sind als dicke Person nicht ok. Vielleicht bis du für dich sogar schon so weit zu reflekieren, dass dies an einer dickenverachtenden Gesellschaft liegt und nicht tatsächlich an deinem Körper. Das Ergebnis bleibt das Gleiche: wenn du das nächste mal keine Energie hast für so einen Moment wirst du die Banane heimlich essen, dich unwohl fühlen und beim betreten von Räumen wieder genauer überlegen: was wird passieren?

Oder du stürzt dich in eine Debatte in der darüber diskutiert wird ob du ernsthaft selber endscheiden darfst was du isst und ob trotz deines Körpers das Recht hast ungestört eine Banane zu essen. Da diese radikale Forderung deinerseits zur Empörung beim normierenden Gegenüber führt, wird die Debatte von anderen Menschen gehört die auch mit diskutieren wollen ob Bananen Essen ok ist.

Und das, ganz ohne das jemals wer dich gefragt hat ob dich die KcalAnzahl in einer handelsüblichen Banane überhaupt weitergehend beschäftigt.

ich liebe Bananen, ich unterhalte mich gerne über Essen. Allerdings nicht darüber, ob diese Banane nun mein Ende bedeutet, sondern über die Kombination Banane & Curry.
Oder Banane & Kuchen
Oder Banane &. Shakes

Aber doch nicht Bananen und Tod! Dazu gibt es nämlich nichtmal Rezepte und die schöneren Songs gibt es zu roten statt zu toten Bananen!

Verwirrend: Catcalling wird zu Fatcalling
Auf beknacktes Cat-calling mit einem Nein zu reagieren führt leider für alle Frauen und frauisierten Menschen oft genug direkt in agressive Situationen. Dafür gibt es diverse komplexe psychologische Erklärungen-mir reicht letztendlich folgende: „Arschlöcher*Innen hassen es, gesagt zu kriegen was sie sind oder auch nur ein Nein von dem Subjekt das sie als Objekt betrachten zu hören (der Moment in dem sie realiseren müssen, dass der Körper kein Ding sondern Mensch ist).

Dicke_ fette Schwarze Personen erfahren hier aber bei einem „Nein“ oft genug direkt einen Cocktail aus Abwertungen und Bedrohungen. Cat Calling findet dann gerne so statt, das kein*e andere*r es mithören kann. Zu unangenehm wäre dem catcallenden Menschen das öffentliche Zeigen seines Begehrens eines dicken Schwarzen Körpers.
Ein lautes Nein führt dann zu einer „sei doch froh das DICH überhaupt wer will“ Situation oder zum spontanen Vergessen des vorherigen Cat Callens. „als würde ich DICH wollen-bäh“ . Hier beginnen dann auch die Verschränkungen von Rassismus und Fatshaming, wenn den dicker Körper nämlich exotisiert wird bzgl. Zuschreibungen von Körperformen. es folgen also rassistische Bezeichnungen deiner selbst, du stehst mitten im Raum und wirst beleidigt wegen eines simplen „Nein, ich will das jetzt nicht hören“ oder auch nur, weil du nicht reagiert hast.
Mehrere dünne Menschen schauen irritiert und vestehen nicht, warum du als dicke Person dem Armen Menschen so zusetzt, du solltest dich doch feuen dass….

Eine Täter-Opfer Umkehr in Perfektion.

Ich probiere derzeit viele mögliche Reaktionen aus, und möchte gerne auch weiterhin darüber reflektieren, warum nein sagen für veschiedene Menschen verschiedene Reaktionen beinhaltet.

Was kennt ihr für weitere Situationen in denen dicke (Schwarze) Menschen einfach nicht (einfach) NEIN sagen können? Habt ihr Strategien entwickelt um doch Nein sagen zu können und euch trotzdem nicht gänzlich einer Gefahr auszusetzen?

Mein Körper gehört mir nicht

( Danke an Chris Schulz fürs aufnehmen und rasend schnell online stellen <3 )

Mein Körper gehört mir nicht.
Er gehört Leuten, die ihn nichtmal kennen.
immer wenn ich anfange zu glauben dass er doch ein Stück weit mir gehört, gibt es Menschen die bereit stehen um mir zu zeigen: das ist nicht so, du hast Unrecht.
Wenn ich Texte, Lieder, Bücher gefunden habe die mich tragen und Stärken, Blogs Bilder zeigen die mich unterstützen,
denke ich für kurze Zeit, dass es vielleicht auch anders geht.
Doch dann passieren Dinge und ich merke wieder:
Mein Körper gehört mir nicht.Und gerade glaube ich nicht daran, dass sich das ändern wird. Ich glaube nicht daran, denn selbst in Räumen in den Utopien entstehen, selbst in Räumen in denen alle mitsingen wenn es um Konsens geht, selbst dort gelten die Regeln nicht für meinen Körper.
Nicht für meinen Schwarzen Körper.
Nicht für meinen dicken Körper.
Nicht für mich.

Da ist es dann total in Ordnung, mich immer wieder anzusprechen, mein nein nicht zu hören, und sich ein Ja zu denken weil mensch es sich wünscht. Das ist dann total in Ordnung, sich an mich zu schmeißen, mich stur zu nennen wenn ich anders fühle wie die Person, wenn ich nicht will, wenn ich allein sein möchte. Wenn ich nicht allein bin, weil andere mich allein gelassen haben sondern weil ich es mir wünsche.
Und von solchen Momenten will ich mich dann erholen können.
Ich brauche Teile der Stadt in den ich einfach durchatmen kann.
Wenn es nicht in solchen Räumen geht dann doch wenigstens in den Gebieten die sich zuhause nennen.
Die sich Kiez nennen.
Die sichere bekannte Umgebung.

Damit meine ich ganz einfache Wege zum Supermarkt. Ich möchte mich nicht darüber freuen müssen, dass heute zufällig ein Freund bei mir war, als ich nachts nachhause ging. Ich möchte mich darüber freuen dass Menschen bei mir sind, aber nicht weil sie mich beschützen müssen, nicht weil sie gerade so verhindert haben das Menschen mich durch sexualisierte Gewalt umbringen, weil sie solche N*kinder hier nie wieder sehen möchten. Ich möchte mich in diesem Moment nicht fragen, ob ich daran schuld bin, wegen meiner Frisur, wegen dem Kleid dass ich trage – ich will nicht mehr mir die Schuld geben.
Ich will keine betrunkenen Finger die auf meinen Körper zeigen.
Egal warum, ich möchte einfach keine betrunkenen Finger die auf meinen Körper zeigen. Weil ich dann in halb Achtstellung gehe, und bleibe. Weil sich die Angst immer wieder bewahrheitet.

Ich will nicht mehr, das Menschen mich auf meine Brüste ansprechen. Weder gut noch schlecht. Denn zu oft habe ich gehört, dass sie mich, den M , ja eigentlich gern direkt umbringen würden, aber wegen mein dicken Brüste mich vorher auf andere Weise zerstören werden.
Ich habe heute Großes geleistet.
Ich habe einem Freund geholfen, ich habe Dinge erledigt die lange zu erledigen waren, und ich habe versucht den Tag so weit es geht auszukosten, zu genießen.
Ich will die gottverdammten Lorbeeren dafür. Ich will jetzt ins Bett fallen grinsendeinschlafen mit dem guten Gefühl dass das „sich um sich selber kümmern“ einem hilft und es einem besser geht.Aber mit mir geht heutigen das Gefühl der Machtlosigkeit ins Bett.Denn am Ende des Tages habe nicht ich, sondern 2 betrunkene Rasissten auf einer Parkbank entschieden, dass dieser Tag nicht gut für mich ausgeht. Und nur weil ein Freund da war, nicht etwa weil ich stark genug bin, sondern einfach nur war eine typisierte weisse Person da war ist mir physisch nichts passiert.
Absolute Machtlosigkeit.
Ich kann weder verhindern, dass meine gesamte Existenz bedroht wird, noch kann ich in so einem Moment selber der ausschlaggebende Punkt sein, warum so etwas nicht eskaliert.

Ich habe keine Hoffnung darauf den beiden betrunkene Nazis etwas über die Konsequenzen beibringen zu können. Sie sehen mich nicht als Menschen und ich sie mittlerweile fast genauso wenig. Aber, die Person die mich am Samstag immer wieder bedrängt hat, die mich beleidigt hat weil ich stur bin weil ich nicht das wollte was sie wollte, vielleicht besteht ja bei dir Hoffnung. Vielleicht treffe ich dich irgendwann und kann dir sagen wie ich mich gefühlt habe. Vielleicht kann ich dir klarmachen, dass es egal ist queer dein Style ist, dass du in dem Moment einfach nur eine Bedrohung für mich dargestellt hast.
Vielleicht hörst du den Texten die du schreibst und mitsingst irgendwann einfach mal zu. Vielleicht verstehst du sie ja sogar und vielleicht, vielleicht verletzt du andere Menschen nicht mehr so sehr.

Ich glaube nicht daran.
Ich glaube selbst wenn der Feminismus es geschafft hat den weißen, dünnen und frauisierten Körper zu ermächtigen, dass ich weiterhin diese Erfahrung machen werde, denn die Kluft zwischen Frau sein und Mensch sein scheinen weniger groß wie die zwischen Schwarz, dick, Frau und Mensch sein.